Zwiefalten-Upflamör
Seiner Höhenlage hat das Dorf Upflamör allerhand zu verdanken: die Nachbarschaft zu einer bedeutenden Wehrsiedlung der Keltenzeit, der Großen Heuneburg, seinen ungewöhnlichen Namen, der sich wahlweise von Oberpflummern oder von »Über dem Nebel« herleitet – und sein nicht eben dekoratives, aber markantes Wahrzeichen, den Wasserturm. Vielleicht hat die Insellage auch dazu beigetragen, dass die Einwohner in Upflamör eng zusammenhalten, was sie beim Ausbau ihres Rathauses zum Dorfgemeinschaftshaus gezeigt haben.
Wie in den Orten der Umgebung sind auch im Umfeld von Upflamör in den Wäldern zahlreiche Grabhügel erhalten, die in die Bronze- und Hallstattzeit gehören. Auch urnenfelderzeitliche Bestattungen sind wohl an drei Stellen zu verzeichnen. Die Große Heuneburg ist eine der mächtigsten und eindrucksvollsten Wallanlagen der ganzen Region. Die eigentliche Hauptburg umschließt mit steinigen Wällen auf allen vier Seiten das felsige Plateau mit gut 5 ha Innenfläche. Dem umwehrten Felsplateau nach Norden hin vorgelagert ist im flach nach Westen abfallenden Außengelände eine zumindest auf zwei Seiten von Wällen umgebene, nahezu quadratische Fläche (Vorburg) mit einer Innenfläche von etwa 1,5 ha. Mächtige Hangterrassen entstanden offenbar durch das Brechen von Steinen für die in den Wällen nachgewiesenen, bis zu 3,5 m breiten Zweischalen-Mauern. Die letzten Jahre haben mehrere Untersuchungen das frühkeltische hallstattzeitliche Alter der gesamten Befestigung bestätigt und den teils mehrfachen Neuaufbau der Mauern nachgewiesen. Ein Zusammenhang mit der gleichzeitigen Zentralsiedlung der Heuneburg bei Hundersingen an der Donau ist anzunehmen. Überraschend und schwer zu deuten ist der Nachweis eines frühmittelalterlichem Hausgrundrisses mit mächtigen Pfostengruben in der Hauptburg. Zudem kamen wenige deutlich ältere Funde der Bronze- und Urnenfelderzeit zutage. Wie auch in Althayingen sind bemerkenswerterweise keine Bestattungsplätze (Grabhügel) aus dem nahen Umfeld der hallstattzeitlichen Siedlung der Großen Heuneburg bekannt.