Pfronstetten-Geisingen

Dem heiligen Erhard ist die kleine barocke Kapelle gewidmet, die in Geisingen dicht an der Ortsdurchfahrt steht. Sie wurde im Jahr 1714 gebaut, die spätgotischen Figuren, die die Kirche schmücken, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Bis zur Säkularisation gehörte Geisingen vierhundert Jahre lang zur Herrschaft des Klosters Zwiefalten, dann einige Zeit zu Württemberg. In der Waldflur Zeil liegt die mittelalterliche Turmhügelburg »Schloßburren«, die wohl bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht.

Ein jungsteinzeitliches Steinbeil soll auf der Gemarkung gefunden worden sein. Im Gewann Dürschwang lag ein Grabhügel der Urnenfelderzeit mit Nachbestattungen der Hallstattzeit. Auf dem bewaldeten Bergrücken des Muttenbühl sind zahlreiche steinige Hügel auszumachen, bei denen nicht immer sicher zu entscheiden ist, ob es sich um Grabhügel oder Lesesteinhaufen handelt. Aus dem Eckwald, den Buchäckern wie auch der Breite sind jedoch hallstattzeitliche Funde sowie eine latènezeitliche Nachbestattung aus Grabhügeln bekannt geworden. Aus einem frühkeltischen (hallstattzeitlichen) Grabhügel stammt auch ein frühalamannisches Brandgrab als Nachbestattung aus der Zeit um 400 n. Chr. Überraschend ist der Nachweis einer römischen Siedlungsstelle im Ort selbst (Maueräcker). Für den in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Gisingin genannten Ort gibt es neuerdings durch alamannische Gräber vom Gewann Grund wenig östlich vom Ort Hinweise auf eine frühmittelalterliche Gründung. Ob im Schlossburren östlich vom Ort, einem wohl mittelalterlichen Burghügel, ein sehr viel älterer Grabhügel steckt ist ungewiss.

Ein schwarzer Abtstab und davor eine rote Hirschstange auf gelbem Hintergrund.

Die Gemeinde führt das Wappen seit dem Jahr 1925. Der Abtstab erinnert an die lange Zugehörigkeit zum Kloster Zwiefalten und die Hirschstange ist ein Verweis auf die Grafen von Veringen, zu welchen der Ort früher gehörte.

Wappen Pfronstetten - Geisingen

Historische Ansichtskarte von Pfronstetten-Geisingen in Schwarz-weiß. Abgebildet und beschriftet sind "Dorfpartie [?] mit Kapelle", "Handlung v. Frau Hartmann Ww." und "Dorfstrasse". In der Bildmitte die Aufschrift "Gruss aus Geisingen Post Zwiefalten, Württemberg"
© Kreisarchiv Reutlingen S 13_16_040 / Ad. Mamma, gen. Manhardt, Postkartenverlag, München

Luftbildaufnahme von Pfronstetten-Geisingen.