Hülben

In württembergischen Kirchenkreisen ist Hülben ein Begriff. 1768 wurde dort die erste »Stunde« abgehalten, ein Bibel- und Erbauungstreffen, das zu einer Keimzelle des württembergischen Pietismus wurde. Ins Leben gerufen haben diese Bibelstunden die Frauen und Männer der Lehrerfamilie Kullen, die in Hülben über sechs Generationen hinweg wirkten. Die altpietistischen Hülbener Konferenzen haben auch nach 250 Jahren noch große Anziehungskraft im ganzen Land. Die alte frühgotische Kirche wurde 1965 abgerissen, sie war viel zu klein geworden und wurde durch eine große, moderne Kirche ersetzt.

Im Zuge der Industrialisierung wandelte sich ein früher im Dorf verbreiteter Erwerbszweig zum Hobby: das Spitzenklöppeln. Die Eröffnung der neu gebauten Hülbener Steige im Jahr 1931 verkürzte den Weg ins Tal. Wirtschaftlich rückte Hülben damit den Gemeinden im Ermstal näher. Uracher Unternehmen schufen Filialbetriebe auf der Alb, nach 1945 setzte ein deutlicher Bauboom mit Erschließung großer Flächen ein.

In den 1990er Jahren wurde im Ortszentrum wieder eine Hüle angelegt. Der Ortsname rührt von den beiden alten, nicht mehr sichtbaren Hülen her, die früher der Wasserversorgung dienten.

In Hülben gibt es drei Genossenschaften: den Dorfladen, ein Medizinisches Versorgungszentrum und die Bürgerenergie. Letztere betreibt zwei Photovoltaikanlagen und ist an einem Windpark beteiligt. Außerhalb der Ortes befindet sich das Segelfluggelände der Fliegergruppe Hülben auf der Albhochfläche. Bei guten Wetterbedingungen sind ausgedehnte Thermikflüge möglich.

Historische Fotografie des Rathauses von Hülben
© Kreisarchiv Reutlingen R_13-2_4_075

Luftbildaufnahme von Hülben.