Grabenstetten

Ein Hochplateau wie eine Halbinsel, auf drei Seiten von Steilhang umgeben und nur durch eine schmale Landzunge mit dem Hauptmassiv der Alb verbunden: Grabenstettens besondere Lage prägt seine Geschichte. Der Ort hatte in den zwei Jahrhunderten vor Christus eine überregionale, sogar internationale Bedeutung. Das keltische Oppidum am Heidengraben mit seiner heute Elsachstadt genannten Siedlung gilt als eines der größten in Europa, seine Bewohner pflegten Handelsbeziehungen bis ans Mittelmeer. Dieses spannende Kapitel lokaler Geschichte wird in einem Keltenmuseum und auf einem Kelten-Erlebnis-Pfad aufbereitet und begreifbar.

Der berühmteste Sohn Grabenstettens ist der Zoologe und Schriftsteller David Friedrich Weinland. Er arbeitete am Zoologischen Museum in Berlin, an der Harvard University in USA und später als Direktor des Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main. Sein Jugendroman »Rulaman« ist noch heute gern gelesene Lektüre über das Leben der Vorfahren in den Höhlen der Schwäbischen Alb.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die drei Steigen ausgebaut, die Grabenstetten mit den umliegenden Tälern verbinden: die Neuffener, die Oberlenninger und die Uracher Steige.

Bei Grabenstetten liegt die Falkensteiner Höhle, die sich unter dem Ort durchzieht. Sie ist als bedeutendes Geotop des UNESCO-Geoparks Schwäbische Alb ausgezeichnet. Der Wasserspiegel kann in der aktiven Wasserhöhle stark ansteigen. Das Begehen ist gefährlich und deshalb verboten.

Historische unbunte Fotografie einer Straße in Grabenstetten. Es handelt sich um eine Ansichtskarte mit der Aufschrift "Gruss aus Grabenstetten".
© Kreisarchiv Reutlingen S 06_0058 / Urheber Richard Schmid, Fotogr., Urach

Luftbildaufnahme von Grabenstetten.