Gomadingen-Dapfen

Eine Dorfmitte? Dapfen hatte keine. Von Anfang an bestand der Ort aus drei Teilen: dem Oberdorf an der gleichnamigen Straße, dem Unterdorf in der Lautertallage und dem Kirchdorf auf dem Berg. Das markante Ensemble aus Kirche, Pfarrhaus und historischem Schulhaus wird gerne »Kulturhügel« genannt.

Die Dreiteilung ist geblieben, auch wenn Dapfen gewachsen ist. Vor allem auf dem Berg. Im Tal haben die Dapfener schon früher nicht so gern gebaut, des Hochwassers wegen, das sich ab und zu einmal zur Jahrhundertflut auftürmte und im Winter 1849 sogar Brücken und einzelne Häuser mitriss.

Auch das Schulhaus bauten die Dapfener auf dem Kirchberg. Genauer: ihre Schulhäuser. Ein erstes Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert wurde durch einen stattlichen Neubau ersetzt, in dem heute das Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde untergebracht ist. In den 1950er Jahren wurde auch dieses Schulhaus zu klein. Der damals hochmoderne Ersatz – mit Gemeindebad und öffentlicher Waschküche – entstand in unmittelbarer Nachbarschaft, wieder auf dem Berg. In den früheren Klassenzimmern organisiert die Gesamtgemeinde Gomadingen heute ihre Kleinkindbetreuung. Und die »Wäschkuche« ist ein Jugendclub.

Jahrhundertelang war die Martinskirche Pfarrkirche, doch jetzt wurde Dapfens eigene Pfarrstelle gestrichen. Unten im Tal hat der Ort aber einen Mittelpunkt bekommen: Auf dem Platz vor dem Backhaus und dem Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus treffen sich die Menschen zum Feiern.

Neben einem jungsteinzeitlichen Steinbeil aus dem Ortsbereich sind insbesondere zahlreiche bronzezeitliche Grabhügel im Umfeld von Dapfen bemerkenswert; viele davon sind jedoch zwischenzeitlich schon abgetragen. In der Urnenfelderzeit wie auch der keltischen Zeit wurden immer wieder Nachbestattungen in diesen Hügeln angelegt, aber auch neue Grabhügel errichtet. Zwei Gräber des frühen Mittelalters am Nordostrand des Ortes im Gewann ‚Rübenäcker‘ könnten eine Siedlungsgründung noch im 7. Jahrhundert andeuten. Vermutete Höhensiedlungen auf dem Gemeinberg (Hühnerkopf/Tannenkopf) ließen sich bislang nicht bestätigen

Der aus drei Siedlungsplätzen entstandene Ort umfasst das Unterdorf im Lautertal mit der alten Bachfurt (Benzinger Furt), das am Hangfuß gelegene Oberdorf und das aus Schule, Kirche und Pfarrhaus bestehende Kirchdorf mit dem Friedhof, wohl der älteste Siedlungsteil. Der 904 erstmals genannte und bis ins 19. Jh. gebräuchliche Ortsnamen Tapfen lässt sich wohl mit Siedlung an der Lauterfurt übersetzen. Bemerkenswerterweise zeigen viele der bewaldeten Bergkuppen in der Umgebung Spuren einer wohl mittelalterlichen, landwirtschaftlichen Nutzung (Ackerbau).

Ein roter Schild mit einer weißen, schräg liegenden Spitze. Am oberen Rand eine schwarze Hirschstange auf gelbem Hintergrund.

Das Wappen wurde von Professor Jourdan entworfen und 1948 verliehen. Die weiße Schrägspitze auf rotem Hintergrund wurde von dem Wappen der Herren von Blankenstein übernommen, aber die Richtung der Spitze wurde geändert. Die Hirschstange verweist auf die lange Zugehörigkeit zu Württemberg.

Wappen Gomadingen - Dapfen

Historische Schwarzweißfotografie von Gomadingen-Dapfen
© Kreisarchiv Reutlingen S 06_1354 / Aufnahme und Verlag von W. Brandner, Reutlingen

Luftbildaufnahme von Gomadingen-Dapfen.