Bad Urach-Seeburg

Seeburgs größter Reichtum schmückt repräsentative ebenso wie schlichte Bauwerke im weiten Umkreis: Tuffstein. Das in frischem Zustand leicht zu bearbeitende, dann aber aushärtende und gut isolierende Gestein wurde mitten im Dorf in großem Stil abgebaut, wie Seeburgs zerklüftete Topografie noch heute verrät.

Als Siedlung an einem wichtigen Albaufstieg hat das Dorf eine weit zurückreichende Geschichte, geprägt von verschiedenen Burgen auf der Höhe und mehreren Seen im Tal. Eine Kirche wurde in Seeburg bereits im Jahr 770 genannt, die heutige Johanneskirche schmücken romanische Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert. Ein Motor der Entwicklung war die Erms mit ihrer ergiebigen Quelle, ein paar Hundert Meter vom Ortsrand entfernt. Im 15. Jahrhundert sind nicht weniger als neun Mühlen dokumentiert.

Mühlen saßen auch an den aus Tuffstein gebildeten Geländestufen, die das Tal bis hinab nach Urach gliedern. Pump- und Wasserkraftwerke stehen hier noch heute. Eine dieser Steinbarrieren begrenzte den »Bodenlosen See«, zu dem sich der Fischbach aufstaute. Um das Gewässer zum Ausfischen leerlaufen lassen zu können, wurde unter der Regie des herzoglichen Baumeisters Heinrich Schickhardt Anfang des 17. Jahrhunderts ein Stollen unter dem Dorf hindurchgetrieben. Den fast 470 Meter langen Tunnel gibt es noch heute.

1823 berichtete Gustav Schwab in »Die Neckarseite der Schwäbischen Alb« von der »neuen Seeburger Bergstraße«, der Steige zwischen Urach und Münsingen. Früher führte der Albaufstieg durchs Mühltal und die Trailfinger Schlucht.

Historische Schwarzweißfotografie von Bad Urach-Seeburg
© Historische Schwarzweißfotografie von Bad Urach-Seeburg
Kreisarchiv Reutlingen S 06_0484 / Metz Neg Nr. 276 952
© Luftbildaufnahme von Bad Urach-Seeburg.
Kreisarchiv Reutlingen 02 / Horst Guth
© Luftbildaufnahme von Bad Urach-Seeburg.
Kreisarchiv Reutlingen 03 / Horst Guth