Bad Urach-Hengen

Ein Schultheiß und Bauer von Hengen hat überall im Dorf bleibende Spuren hinterlassen: Johann Jakob Reiser, dessen Leben von der Not des Dreißigjährigen Kriegs fast von Anfang bis Ende überschattet wurde. Immerhin hatte Reiser ein langes Leben, im Gegensatz zu den allermeisten seiner Mitbürger, die die Jahre 1634 und 1635 nicht überstanden. Erst legten kaiserliche Truppen das Dorf in Schutt und Asche. Dann kam die Pest. Wer nicht zum Opfer wurde, der floh.

1644 kam Reiser zurück in das fast ganz entvölkerte Hengen, heiratete, begann mit dem Wiederaufbau, wurde Heiligenpfleger, später Bürgermeister. Als er 1696 starb, hatte Hengen wieder eine Kirche, ein Schulhaus, ein Armenasyl, einen Pfarrverweser, einen Lehrer, hatte Ordnung und Zusammenhalt. Die Deckenmalereien im spätgotischen Chor der Kirche haben die Flammen des Dreißigjährigen Kriegs ebenso  wie verschiedene Modernisierungswellen überstanden.

In Hengen gibt es ein ganz besonderes Museum: Die Sammlung Geigle enthält über 350 Grammophone, ein selbstspielendes Klavier, kuriose Musikmaschinen der zwanziger und dreißiger Jahre und vieles mehr. Alle Geräte sind funktionsfähig.

Genauso erstaunlich und sehenswert ist der Naturgarten Geigle ganz in der Nähe: Auf über 2000 Quadratmetern findet man die verschiedensten Biotope, darunter einen großen Teich. Vögel, Wildbienen, Amphibien und Fledermäuse werden gehegt und gepflegt, seltene Arten haben sich angesiedelt.

Historische Luftbildaufnahme von Bad Urach-Hengen
© Historische Luftbildaufnahme von Bad Urach-Hengen
Kreisarchiv Reutlingen B 2801_04265_241.10
© Luftbildaufnahme von Bad Urach-Hengen.
Kreisarchiv Reutlingen 01 / Horst Guth